Neue Perspektiven für Schülerinnen und Schüler mit besonderen Bedarfslagen
Im Rahmen der SMK-ESF-Plus-Richtlinie „Alternative Lernangebote für Schülerinnen und Schüler mit besonderen Bedarfslagen“ begleitet das Projekt AKTIV AMS „Alternative Lernangebote“ im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge junge Menschen, deren Bildungswege von Brüchen und schwierigen Lebensumständen geprägt sind. Ziel ist es, ihre Lernmotivation neu zu stärken und ihre individuellen Fähigkeiten gezielt weiterzuentwickeln. So erhalten die Schülerinnen und Schüler bessere Voraussetzungen für einen erfolgreichen Übergang in Ausbildung.
Motivation und Lust am Lernen stärken
Viele Teilnehmende haben in ihrer bisherigen Schulzeit wiederholt Misserfolge erlebt. Im Projekt erhalten sie die Chance, Lernen neu zu erfahren. In kleinen Lerngruppen, mit individueller Begleitung und praxisnahen Aufgaben entdecken sie, dass schulisches Lernen nicht nur zu bewältigen ist, sondern auch einen konkreten Bezug zu ihrem eigenen Alltag haben kann. Gerade diese Erfahrung ist oft ein wichtiger Wendepunkt. Wenn Jugendliche spüren, dass sie etwas schaffen können, wächst das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Aus ersten Erfolgserlebnissen entsteht neue Motivation, Verantwortung für den eigenen Weg zu übernehmen.
Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur fachliche Kenntnisse. Ebenso wichtig ist die Stärkung sozialer und persönlicher Fähigkeiten, die für den weiteren Lebensweg eine zentrale Rolle spielen. Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit, Konfliktfähigkeit und Selbstorganisation werden gezielt gefördert und im gemeinsamen Lernen erprobt. So entwickeln die Jugendlichen Kompetenzen, die weit über den Unterricht hinausreichen und für Ausbildung und Beruf von entscheidender Bedeutung sind.
Perspektiven eröffnen
Berufsorientierende Angebote, fundierte Kompetenzanalysen und die Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen eröffnen den Jugendlichen konkrete Einblicke in mögliche berufliche Wege. So entstehen realistische Zukunftsperspektiven, die ihnen helfen, eigene Ziele zu entwickeln und schulische Anforderungen mit neuer Motivation anzunehmen.
AKTIV AMS leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Chancengerechtigkeit und zur nachhaltigen Fachkräftesicherung in der Region.
Einblicke aus dem Projektalltag: Interview mit Projektleitung und Teilnehmenden
Um die Arbeit von AKTIV AMS noch anschaulicher zu machen, haben wir die Projektleitung nach ihren Erfahrungen gefragt.
Frage: Was ist das zentrale Ziel von AKTIV AMS?
Projektleitung: „Wir möchten Schülerinnen und Schüler mit besonderen Bedarfslagen stabilisieren, ihre Lernmotivation stärken und ihre Chancen auf Ausbildung verbessern. Dabei geht es nicht nur um Noten, sondern um ganzheitliche Entwicklung.“
Frage: Worin besteht die besondere Herausforderung?
Projektleitung: „Viele Jugendliche haben negative Schulerfahrungen gemacht. Vertrauen aufzubauen braucht Zeit. Wir arbeiten sehr individuell und in enger Abstimmung mit Schulen und Eltern.“
Frage: Wie fördern Sie die Lust am Lernen?
Projektleitung: „Durch praxisnahe Projekte, kleine Gruppen und persönliche Begleitung. Erfolgserlebnisse sind entscheidend. Wenn Jugendliche merken: ‚Ich kann das‘, entsteht neue Motivation.“
Teilnehmerin: „Früher hatte ich oft keine Lust zur Schule zu gehen. Hier ist es anders. Man wird ernst genommen. Ich habe gelernt, dranzubleiben und mir Ziele zu setzen.“
Frage: Welche Rolle spielt Berufsorientierung?
Projektleitung: „Eine sehr große. Konkrete Perspektiven erhöhen die Motivation. Wir unterstützen bei Bewerbungen und vermitteln Kontakte zu Unternehmen.“
Frage: Was macht Sie besonders stolz?
Projektleitung: „Wenn Reintegration gelingt und die Jugendlichen nach erfolgreichem Schulabschluss einen Ausbildungsplatz finden. Das zeigt, dass sich die intensive Arbeit lohnt.“